Start Archiv Zwischenruf Zum Nachdenken Nr. 2 - Die neuen FDP-Wähler
Zum Nachdenken Nr. 2 - Die neuen FDP-Wähler PDF Drucken E-Mail

Vor kurzem habe ich gelesen, wie Leute mit Hauptschulabschluss bei der letzten bayerischen Landtagswahl im Herbst 2008 gewählt haben. Von diesen entschieden sich

rund 45 Prozent für die CSU

ca. 30 Prozent für die SPD

ca. 15 Prozent für die FDP

 

Ja, das war für mich gerade zu ein Schock. Habe ich mich denn so sehr getäuscht mit meiner Vorstellung vom typischen FDP-Wähler? Ich war immer der Meinung, der klassische FDP-Wähler

hat Vermögen, oft sehr viel, aber mindestens eine Wohnimmobilie,

gehört zu den Besserverdienenden, oft auch zu den Spitzenverdienern. Jedenfalls würde er von der von Westerwelle lautstark geforderten großen

Steuersenkung gut profitieren,

er hat eine private Krankenversicherung (wie nur etwa 8 Prozent aller Krankenversicherten,

seinen Kindern kann er privat bezahlte Nachhilfestunden geben lassen und

sie – wenn nötig – auf gute Privatschulen schicken.

 

Oder kürzer formuliert: Der typische FDP-Wähler ist ein gutbürgerlicher, wohlsituierter Mensch. Die 15 Prozent der bayerischen Wählerinnen und Wähler mit Hauptschulabschluss, also zehntausende, die FDP gewählt haben, gehören nicht dazu. Von dieser meiner Vorstellung erfüllt wohl kein einziger alle fünf Punkte, vielleicht sehr viele nicht einmal einen Punkt.

Ich meine auch jetzt noch, dass Leute mit Hauptschulabschluss gerade von der heutigen FDP von der Verbesserung ihrer Lebensqualität nichts erwarten können. Sie müssen – wie übrigens alle Arbeitnehmer – im Falle einer Mehrheit von CDU/CSU und FDP am 27. September befürchten, was die Beamten aus dem Bundeswirtschaftsministerium ihrem Minister zu Guttenberg geschrieben und vorgelegt haben. Westerwelles FDP wird wohl den folgenden Punkten aus diesem Papier voll zustimmen:

  • Lockerung des Kündigungsschutzes,
  • Zurückdrehen von Mindestlöhnen,
  • Steuervergünstigungen für die Industrie.
  • niedrigere Einkommensteuern (sh. dazu Zum Nachdenken – Nr. 1)
  • Steuererhöhungen auf Lebensmittel

Das sind im allgemeinen alles problematische Forderungen für Leute mit Hauptschulabschluss.

Zum Nachdenken gehört für mich auch, dass heute von den hundert reichsten Leuten in Deutschland alle mehr als eine Milliarde Vermögen besitzen. Ich glaube, von diesen wählt kein einziger SPD! Sie wählen FDP oder CDU/CSU. Sie halten zusammen und haben mehr Macht und Einfluss auf diese Parteien als zehntausende von Leuten mit Hauptschulabschluss, die aber als Mehrheitsbeschaffer dienen können.

 

Guido Westerwelle und die anderen "Propheten" der Markradikalität wollen auch heute noch mehr für ihr wohlhabendes Klientel, weniger für den Staat, weniger für die Allgemeinheit, weniger für die Schwächeren.

 

Im Augenblick keine Umfragen zum abstimmen verfügbar!

 
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